
Article - August 1, 2024
Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 2024 hat sich in Bezug auf die wirtschaftlichen Bedingungen, das Zinsumfeld, die Kreditmärkte und die Käufer- und Verkäuferdynamik viel verändert. Auch wenn eine gewisse Unsicherheit fortbesteht, scheinen sich die Grundlagen für einen deutlich stärkeren M&A-Markt herauszubilden. Im Folgenden gehen wir auf die wichtigsten Variablen und ihre Nettoauswirkungen auf den Rest des Jahres ein.
Ein zunehmend günstiges Umfeld
"Wir sehen eine Dynamik an den öffentlichen Märkten und in der Makroökonomie, reichlich trockenes Pulver, wachsenden Optimismus hinsichtlich zukünftiger Zinssenkungen und günstige Kreditmärkte", sagt John Neuner, Co-Chief Executive Officer. Diese dynamichaben ein zunehmend günstiges Umfeld für Fusionen und Übernahmen geschaffen, und wir glauben, dass sich die Lage bis 2024 noch weiter verbessern wird.
In Bezug auf die Wirtschaft stellt Neuner fest, dass die meisten Analysten aufgrund der relativen Stärke des Verbraucher- und des Arbeitsmarktes von einer sanften Landung ausgehen, auch wenn beide Märkte in den letzten Jahren eine gewisse Schwäche gezeigt haben. Laut einer Analyse von PNC Financial Services dürften die Verbraucherausgaben bis 2025 weiter steigen, und zwar aufgrund solider Arbeitsplatz- und Lohnzuwächse, einer sich verlangsamenden Inflation und eines steigenden Vermögens der privaten Haushalte, das durch Hauspreissteigerungen und rekordhohe Aktienkurse angetrieben wird.1
Neben den robusten Verbraucherausgaben tragen auch die sich erholenden öffentlichen Märkte und die Unternehmensleistung zu einem erhöhten Vertrauen der Käufer und Verkäufer bei (Abbildung 1).
Abbildung 1:
Quelle: CapIQ
"Die Gewinnentwicklung war aufgrund des anhaltenden Wirtschaftswachstums und der Verbrauchernachfrage stark (Abbildung 2)", sagt Neuner, und die S&P 500-Unternehmen sind auf dem besten Weg, so profitabel zu sein wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr (Abbildung 3). Diese Kombination versetzt strategische Käufer in die Lage, bei Fusionen und Übernahmen zunehmend aktiv zu werden, was wir in vielen Branchen beobachten können."
Abbildung 2:
Quelle: Bloomberg
Abbildung 3:
Quelle: Bloomberg
Und wie aus Abbildung 4 hervorgeht, sind die Erwartungen für ein günstigeres Zinsumfeld zunehmend verbreitet.
Abbildung 4:
Quelle: Pensford Financial
"Insgesamt sind die Finanzierungsmärkte für Fusionen und Übernahmen zunehmend konstruktiv", sagt Neuner, "alle Marktsektoren - private Kredite, breit syndizierte Darlehen und hochverzinsliche Kredite - sind offen und emittentenfreundlicher als je zuvor in den letzten Jahren".
Diese konstruktiveren Kreditmärkte fördern das Vertrauen von Käufern und Verkäufern und helfen Konzernen, die Finanzierung innerhalb ihrer Portfolios zu optimieren. Auch die Verschuldungsmultiplikatoren haben sich stabilisiert und zeigen Anzeichen für zunehmend attraktive Kreditnehmerkonditionen, wobei der zunehmende Wettbewerb die Preise für Unternehmen mit höherer Qualität senkt (Abbildung 5). Wir gehen davon aus, dass sich diese Preisverbesserung bis Ende 2024 fortsetzen wird.
Abbildung 5:
Quelle: CapIQ
Im Jahr 2024 belaufen sich die neu ausgegebenen syndizierten LBO-Darlehen bisher auf insgesamt 31 Mrd. $, während die neu ausgegebenen LBO-Darlehen für Privatkredite 41 Mrd. $ erreicht haben. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres belief sich das Volumen der syndizierten LBO-Darlehen auf 13 Mrd. $ und das der LBO-Darlehen auf Privatkreditbasis auf 26 Mrd. $ (Abbildung 6).2
Abbildung 6:
Quelle: Pitchbook
"Es gibt eine beträchtliche Menge an Kapital, das auf den Kreditmärkten eingesetzt werden kann", sagt Bob Baltimore, Co-Chief Executive Officer, "In den letzten zwei Jahren wurden mehrere neue Kreditfonds aufgelegt, die nach Möglichkeiten suchen. Gleichzeitig tragen die Stärke des Marktes für Direktkredite und das Wiederaufleben des BSL-Marktes dazu bei, den Wettbewerb zwischen den Kreditgebern zu fördern, was für unsere Kunden bessere Zinssätze, eine höhere Hebelwirkung und mehr Flexibilität bedeutet."
Auch wenn die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA im Herbst für einige Unruhe auf dem Markt sorgen könnten, ist eine Harris Williams Analyse dass dies nur von kurzer Dauer sein wird und sich eher die Frage stellen sollte, wann man verkaufen sollte, als ob man verkaufen sollte.
A Tangible Impact on M&A
Baltimore says this supportive environment is having a tangible impact on M&A markets: “Many sponsors have cited a significant uptick in deal flow over the past several months, with activity substantially increasing over prior year-to-date levels. We’re seeing the same trend in our pipeline across the industries we cover.”
In fact, during the first half of 2024, global deal volume was 17% higher on average than in the first half of 2023, reaching $1.6 trillion USD.3 While lower in select parts of Asia, the Middle East, and Europe, it was 33% higher in the U.S. and 75% higher in the U.K.4
Although activity is on the rise, buyer engagement continues to vary by sector and by transaction, and the quality bar remains very high. Our Consumer and Technology Groups in particular report recent upticks in activity levels. Baltimore and Neuner note that sub-$1 billion enterprise value market activity continues to be especially strong, with many sponsors actively evaluating new platforms in addition to pursuing refinancings and add-ons. While there has been more variability in deal flow volume at the upper end of the market, most recently there has been a noteworthy uptick in higher-quality larger deals.
Still, a prolonged shortage of high-quality opportunities has prevented many sponsors from being as active so far this year as they would have liked. Whether investors are behind planned deployment schedules or tracking on pace, Neuner says most private equity groups (PEGs) have expressed a strong desire to put money to work in the back half of the year: “Their intention to invest is supported by their view that other sponsors will be looking to exit due to elongated hold periods, fundraising cycles, and DPI pressure.”
That momentum is already underway: Global PEG-backed M&A increased by 81% from the first quarter of 2024 to the second, reaching $181 billion. Globally, first-half 2024 financial-sponsor M&A was 36% higher than the first half of 2023.5
Strong corporate performance and the resulting focus on growth is encouraging strategic buyers to be more active in M&A as well. Strategics accounted for 73% of deal volume in the first half of 2024, a level not seen since 2019.6
Die Teile bewegen sich an ihren Platz
Während die bisherige Jahresperformance und die Marktbedingungen ermutigend sind, freuen sich Baltimore und Neuner am meisten über die Grundlagen, die Käufer und Verkäufer für einen starken Rest des Jahres 2024 gelegt haben.
"Die Haltefristen haben sich in dieser Zeit der Unsicherheit verlängert, und viele Private-Equity-Gruppen haben diese Pause genutzt, um in ihre Portfoliounternehmen zu investieren und mehr organisches Wachstum, höhere Effizienz und stärkere Margen anzustreben", sagt Baltimore. PEGs nutzen auch immer mehr alternative Wege, um Liquidität für LPs zu generieren, darunter Sekundärtransaktionen mit einem oder mehreren Assets."
Während das Fundraising von Private Equity in den letzten Jahren durch einen relativen Mangel an DPI herausgefordert wurde, ist in der ersten Hälfte des Jahres 2024 ein Tauwetter bei den LP-Zuweisungen und ein erneutes Interesse an der Aufnahme neuer GP-Beziehungen zu beobachten. "Es ist wichtig zu beachten, dass der gesamte verfügbare Kapitalpool in den letzten 12 bis 24 Monaten im Allgemeinen stabil geblieben ist und dass neue Kapitalflüsse immer noch durch LP-Entscheidungen über Re-Ups und Ticket-Sizing für bestehende GP-Beziehungen angetrieben werden", sagt Eric Zoller, Leiter der Abteilung Private Capital Advisory. Zoller stellt auch eine Zunahme der Nettozuflüsse von registrierten Anlageberatern und institutionellen Vermögensberatungsplattformen fest: "Wir haben in den letzten 18 Monaten eine beträchtliche Anzahl neuer Akteure in dieser LP-Kategorie akquiriert."
Alles in allem scheinen sich die Teile an ihren Platz zu bewegen: Die makroökonomischen Bedingungen und das Zinsumfeld verbessern sich, die Kreditmärkte unterstützen zunehmend Fusionen und Übernahmen, strategische Käufer verfolgen aktiv anorganisches Wachstum, und PEGs haben mit Bedacht Werte für ihre LPs geschaffen und gleichzeitig Portfoliounternehmen für den Verkauf vorbereitet.
"Die Weichen sind gestellt", folgert Frank Mountcastle, Leiter der Abteilung M&A.In dem Maße, in dem LPs mehr Liquidität sehen und Verkäufer erfolgreich aussteigen, wird es für PEGs einfacher, Mittel zu beschaffen, und für Qualitätsunternehmen, auf den Markt zu kommen. Es gibt ein eifriges Universum von Käufern, die Geld in die Hand nehmen wollen. Angesichts der anhaltenden Verbesserung des allgemeinen Umfelds haben die nächsten Quartale das Potenzial, sehr aktiv zu werden.
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